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Anfang November startete die zweite Beyond Tellerrand Conference in Berlin. Im Mai besuchten wir die Vorträge, eine Zusammenfassung dazu findet ihr hier –  jetzt nahmen wir am Workshop „Interface Design Bootcamp“ von Aarron Walter teil, der als General Manager of New Products bei dem Newsletter-Versand-Tool MailChimp arbeitet. Teil des Workshops ist es, in kleinen Teams eine Event App für die BTC zu entwickeln. Aarron startet seinen Vortrag mit der Vorstellung der Prozesse und Tools, mit denen auch bei MailChimp gearbeitet wird.

Strategy
Die Strategie ist der Ausgangspunkt des Prozesses:  Was soll durch die Seite erreicht werden? Was will der User? An diesem Punkt ist alles noch abstrakt und muss definiert werden.

Scope
Die Ergebnisse aus der Recherche für die Strategie werden umformuliert in Anforderungen. Welche Features benötigt die App?

Structure
Die Anforderungen werden in Form gebracht. Wie verhalten sich die einzelnen Elemente auf der Seite und wie passen sie zusammen? Der Aufbau der App wird ab diesem Punkt konkreter.

Skeleton
Vervollständigung der Struktur: Welche Elemente erlauben dem User eine Interaktion?

Surface
Wie sieht das Design der fertigen App aus?

 

User Research sollte nicht auf Vermutungen basieren
Im Anschluss an diese Einführung zum Prozessablauf geht es um das Thema User Research. Das wichtigste bei der Research-Arbeit ist es: nicht raten, was der User möchte. Es sollte niemals auf Basis von Vermutungen gearbeitet werden. Auch bei Aufträgen mit kleinem Budget kann Research betrieben werden. Kleine Umfragen im Bekanntenkreis reichen auch schon aus, um eine gute Basis zu erlangen. Qualitativ hochwertiger sind natürlich Interviews sowie Usertests, die in den meisten Fällen aber nur bei umfangreichen Projekten durchgeführt werden. Eine weitere Alternative zu aufwändigen Usertests ist es, diese online durchführen zu lassen. Hier gibt es eine große Auswahl an Anbietern, zum Beispiel www.usertesting.com, https://ethn.io/ und die deutsche Alternative http://rapidusertests.com/.

Jobs to be done – Welche Aufgaben möchte der User bewältigen?
Im eigentlichen Workshop werden wir in kleine Gruppen eingeteilt. Bei gegenseitigen Interviews versuchen wir herauszufinden, warum die anderen Team-Mitglieder bei diesem Workshop sind, basierend auf dem “Jobs to be done”-Konzept: Welche Aufgaben möchte der User bewältigen? Wenn ein Kunde eine Bohrmaschine kauft, was kauft er dann? Ein Werkzeug? Oder, ein Loch? Oder, ein Bild, das schließlich am Haken an der Wand hängt? Das eigentliche Ziel, für welches ein Produkt eingesetzt wird, steht also primär im Mittelpunkt und nicht dessen Eigenschaften bzw. die Frage, welche Eigenschaften wichtig sind. 

Unsere gesammelten Insights aus den Interviews werden diskutiert, umformuliert und bewertet, bis schließlich alles auf einen einzigen Satz „abgespeckt“ wurde: „Ich brauche bei der Konferenz Hilfe, um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.“ Auf dieser Basis sollen nun Features für die Event-App entwickelt werden. Mit Hilfe von Post-Its und Markern kreieren wir im Team ein Sketchboard. Details zum Interface und zur User Interaction werden definiert und festgehalten.

 

Prototyping – Use it while you design it
Der nächste Step ist das Prototyping. Neben dem schon von uns genutzen Tools Invision App und Framer, werden Macaw, Flinto und Meteor von Aarron empfohlen.

Design Personas – Wie wäre deine App, wenn sie eine Person wäre?
Design Personas helfen, das Produkt besser zu beschreiben. Wenn die App/das Produkt eine Person wäre, wie wären ihre Eigenschaften? Aarron gibt uns einen kurzen Einblick in die Design Personas von MailChimp und zeigt uns, wie sie definiert werden. Was unterscheidet das Produkt von seinen Mitbewerbern? Wie drückt die Person sich aus, was würde sie sagen?

Ästhetik und Design
Benutzbar ist genießbar. Das sollte aber nicht der Anspruch an ein gutes Design sein. Der User wünscht sich nicht nur ein funktionales und benutzbares Design, sondern auch ein ästhetisch anspruchsvolles Design, was sich gut anfühlt.

Fazit
Der Workshop mit Aarron zeigte uns, dass wir bei PIER2PORT mit unseren Prozessabläufen up2date sind und weiterhin einen großen Fokus aufs Prototyping legen werden. Die vorgestellten Tools zum User Testing werden wir uns näher anschauen und abhängig von den Projekten integrieren.

Weitere hilfreiche Links
http://aarronwalter.com/interface-design-bootcamp/
http://www.theuxnewsletter.com/
http://theuxreader.com/products/the-ux-reader-ebook
http://ux.mailchimp.com/patterns
http://www.steptwo.com.au/papers/kmc_personas

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