30.10.2015
Kim Schneider
  • Social Media
  • Vor einigen Wochen schauten wir uns Snapchat mal etwas genauer an, um euch einen groben Überblick in die Welt der schnellen Videoposts und Userstories zu geben. Heute wollen wir jedoch mal zusammenfassen, welche Social Media Dienste gerade aktuell gut funktionieren, warum sie das tun und in welchen Kategorien man diese einordnen kann.

    Fangen wir mit den alten Hasen an: Twitter, Facebook und Instagram. Die drei großen Netzwerke, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so unterschiedlich wirken, jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten:

    Twitter, der Kurznachrichtendienst oder Microbloggingplattform
    Facebook, DAS Social Network
    Instagram, die Foto- und Video-Community auf dem Smartphone

    Twitter
    Mit ungefähr 6.000 Tweets die Sekunde von 307 Mio. aktiven Usern ist Twitter vermutlich die schnelllebigste Plattform. Durch die Begrenzung auf nur 140 Zeichen pro Tweet ist man knapp angebunden, kann aber jedoch gezielt seine Infos auf den Punkt bringen. Manchmal reicht es allerdings doch nicht ganz aus, daher hat Twitter seit einiger Zeit die Twitter Cards eingeführt. Postet man in seinem Tweet einen Link, werden nach Möglichkeit relevante Infos herangezogen, um den Tweet attraktiver zu gestalten.
    Twitter wird stark, wenn die Masse auf ein Thema aufspringt und sich z.B. ein Shitstorm aufbaut. Selbiges gilt bei Aufsehen erregenden, globalen Events. Um solchen Ereignissen einen Zusammenhalt zu geben, gibt es Hashtags und Trending-Topics.
    Funfact: Twitter hat die Hashtags erfunden.

    Facebook
    1.23 Milliarden User machen Facebook zum größten Social Network. Interessanterweise verliert es aber gerade bei jüngerem Publikum den Charme, weswegen sich Facebook auf Dauer etwas einfallen lassen muss. Das sieht man auch an der Facebook Einkaufsliste. Instagram, Whatsapp und Oculus Rift sind nur ein paar Namen der geschluckten Produkte, die gerade bei Teenagern und Jugendlichen Aufmerksamkeit erregen.
    Funfact: Würde Facebook nicht weiter wachsen, gäbe es im Jahr 2065 mehr Tote als Lebende User auf Facebook.

    Instagram
    Die einzigen Medien, die man auf Instagram posten kann, sind Fotos und Videos. Und User machen das bis zu 40 Millionen mal am Tag, von tatsächlich ca. 300 Mio. Usern! Erst vor kurzer Zeit trennte sich Instagram von quadratischen Inhalten. Mit dem Launch 2010 führte Instagram das quadratische Medium ein. Viele User wehrten sich etwas dagegen und posteten Fotos mit weißen Rändern um das Seitenverhältnis nicht zu zerstören. Andere verteidigten es als optimal für das Endgerät. Nach nun knapp fünf Jahren ändert Instagram diese Regel und erlaubt dem Medium, sein Seitenverhältnis beizubehalten.
    Funfact: Der beliebteste Fotofilter ist: Kein Filter.

    Diese drei Dienste funktionieren insgesamt sehr gut. Und alle haben irgendwann mal versucht, das Rad ein wenig neu zu erfinden - was quasi täglich passiert aber nur sehr selten fruchtet. Es gibt aber noch weitere Dienste, die sich im Social Media Bereich einen Namen gemacht haben.

    Google+
    Google hatte schon mehrfach versucht, sich im Social Media Bereich einen Namen zu machen. Damals mit Buzz, einem Twitter Konkurenten, klappte das nicht wirklich, später wurde dann Google+ als vollwertiges Netzwerk gegen Facebook ins Rennen geschickt. Ziemlich schnell stellte sich aber heraus, dass nur wenige User von Facebook direkt zu Google+ wechselten und auch allgemein der Andrang nicht all zu groß war. Aktuell gibt es nur ca. 15 Mio. aktive Nutzer, wobei die Messung hier schwierig ist, da jeder Google Account auch einen Google+ Account beinhaltet. Heute besteht das Netzwerk hauptsächlich für Pages-, Maps-Einträge, sowie aus SEO Gründen.
    Funfact: Um auf Youtube Kommentare schreiben zu können, benötigt man einen Google+ Account.

    Snapchat
    Mit 100 Mio. Usern ist Snapchat tatsächlich auch schon ein alter Hut, allerdings erst seit kurzer Zeit in den Augen der breiten Masse angekommen. Durch die neues Story Timelines hat es einen ganz neuen Reiz bekommen. Wie der aussieht, könnt ihr in unserem Post zu Snapchat nachlesen.
    Funfact: Das Snapchat Maskotchen heißt Ghostface Chillah, abgeleitet vom Wu-Tang Clan Mitglied Ghostface Killah.

    Pinterest
    Rein vom Erfolg her ist Pinterest die drittgrößte Seite, direkt nach Facebook und Twitter. Auch wenn die Userzahlen im Vergleich eher geringer daher kommen. 47.1 Mio. aktive User gibt es auf Pinterest. Dafür sind andere Werte vergleichsweise hoch, wie zB. Verweildauer auf der Website. Auf Pinterest selbst kann man beliebigen Content aus dem Web auf seine virtuelle Pinnwand pinnen. Zusätzlich kann man Stapel erstellen, in denen diese Pinnwände abgelegt werden. Rezepte, Balkonausstattungen und die TOP-5 Haushaltstricks um Staub fernzuhalten, finden so ihren Platz und ihre Ordnung. Wir suchen lieber auf Webdesign Boards nach Inspirationen und Techniken. Andere User können diese Pins dann repinnen, liken oder kommentieren.
    Funfact: Ca. 60% der Pinterest User suchen nur nach Rezepten.

    Whatsapp
    Tatsächlich kann man Whatsapp wohl nicht direkt als Social Network bezeichnen, allerdings wird es sehr stark als solches genutzt. Im September 2015 wurde verkündet, dass über 900 Mio. aktive Nutzer auf Whatsapp Nachrichten teilen. Als eine der ersten, reinen Messaging Plattformen hat sich Whatsapp relativ schnell an einen Punkt gehoben, an dem es nicht mehr wegzudenken ist. Nach dem Kauf durch Facebook waren viele Nutzer wegen Sorge um ihre Privatsphäre auf Boykott aus, aber das hielt nicht lange an. Großer Vorteil von Whatsapp ist seine Kompatibilität. Auf so ziemlich allen Geräten funktioniert es noch.
    Funfact: Jan Koum (einer der Gründer) hat einen Post-It auf dem Schreibtisch “Keine Werbung! Keine Spiele! Keine Gimmicks!” um fokussiert zu bleiben.

    Tumblr
    Tumblr ist ein Blog-Netzwerk mit direkter Anbindung an seine 420 Mio. User große Community. Man kann Personen folgen oder Tags abonnieren und Posts liken. Das alles findet meist im Dashboard statt. Auf der Seite der normalen Blogs können Besucher, die nicht bei Tumblr registriert sind, den Inhalt lesen. Sehr beliebt sind auf Tumblr GIF-Posts. Reposts machen es einfach, Beiträge auf seine Seite zu bringen und die großartigen Apps erlauben einen schnellen Kontakt zur Community.
    Funfact: Für jedes neue Feature, das Tumblr veröffentlicht, wird ein altes abgeschaltet um Kosten zu sparen und das Team fokussiert zu halten.

    Vine
    Vine ist ein Videosharing Service, der kurz vor seiner Veröffentlichung von Twitter aufgekauft wurde. Man kann sechs Sekunden lange Videos oder Vines teilen. Man hat die Möglichkeit mehrere Videos aneinander zu Reihen, um auf die sechs Sekunden zu kommen. So lassen sich Geschichten erzählen oder verschiedene Effekte nachstellen. Einige Nutzer machten solche Videos professionell und zählen so zu den Vine-Stars unter den 200 Mio. Nutzern.
    Funfact: “Vine” ist eine Abkürzung für “Vignette”, was wiederum für “eine kurze, einprägsame Szene” steht.

    Periscope
    Periscope wurde erst im März 2015 gestartet und ist Twitters Antwort auf Meerkat. Beides sind Livesstreaming Dienste. Mit dem Smartphone startet man einen Livestream, dem eine Vielzahl von Personen beitreten und zuschauen kann. Ein Chat und verschiedene Reaktionsmöglichkeiten bieten Raum für Interaktion. In der kurzen Zeit hat es Periscope schon auf 10 Mio. aktive User gebracht.
    Funfact: Periscope ist seit Frühjahr 2013 in Entwicklung.

    Xing & LinkedIn
    Social Network geht auch ernst. Xing hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Social Network Aspekt in die Businesswelt zu transportieren. Auf die gleiche Idee kam auch LinkedIn und startete sogar vier Monate vor Xing. Beide Netzwerke bieten ein auf die Karriere zugeschnittenes Profil. So kann man schnell zeigen, in welcher Branche man tätig ist, wie lange man bei welchem Arbeitgeber angestellt war und hat Möglichkeiten, seine persönlichen Fähigkeiten darzustellen. Anhand dieser Informationen machen es einem beide Plattformen relativ leicht, neue Jobs oder aber auch gleichgesinnte aus der Branche zu finden. Aktuell finden sich auf Xing 15 Mio. User und auf LinkedIn 396 Mio.
    Funfact Xing: 90% des Xing Traffics kommt aus der D-A-CH Region.
    Funfact LinkedIn: Der durchschnittliche LinkedIn User benutzt die Seite tatsächlich nur ca. 17 Minuten im Monat.

    Schlussfolgerung
    Viele der Dienste haben eine direkte oder indirekte Verbindung zueinander. Facbook selbst kaufte z.B. Whatsapp und Instagram. Hingegen wurden Vine und Periscope von Twitter geschluckt. Das kann alles unterschiedliche Auswirkungen haben.
    Vorteilhaft ist allerdings, dass man sich mit seinem Facebook und/oder Twitter Konto bei einem anderen Dienst, z.B. Pinterest registrieren kann. So wird das mühselige Eingeben von Nutzerdaten übersprungen. Außerdem ist es relativ einfach, von - ich sage mal vorsichtig kleineren Netzwerken - in größere zu teilen. Von Pinterest zu Facebook/Twitter ist meist nur einen Klick entfernt.
    Für welches Netzwerk man sich letztlich entscheidet, das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Es ist vermutlich von Vorteil, die einzelnen Netzwerke situationsbedingt zu nutzen. Man kann z.B. mit Twitter die Nachrichtenwelt verfolgen, während man mit Facebook den Freundeskreis im Auge behält. Will man ein Foto posten, kann man es via Instagram in beiden Netzne teilen und wenn etwas akut und live erlebt werden soll, zückt man das Smartphone und startet Periscope. Tatsächlich können viele einzelne Netzwerke ein anderes ersetzen oder dessen Funktionen abbilden. Aber man kann auch eben innerhalb der einzelnen Netzwerke unterschiedliche Kreise erreichen.

    Finanzierung
    Die meisten genannten Dienste bieten ihren Mehrwert kostenlos an. Ein Großteil davon startete mit einem ordentlichen Budget, das aus den Händen von unterschiedlichen Investoren kam, sodass man sich lange Zeit keine Sorgen um Geld bzw. Finanzierung des Dienstes machen musste. Twitter zum Beispiel startete 2006, experimentiert aber erst seit kurzem mit Werbung und anderen Finanzierungsmöglichkeiten des Dienstes. Die aktuelle Lösung hier sind Sponsored Tweets. Man kann so quasi seine Tweets in die Timeline einer Zielgruppe posten, obwohl diese einem gar nicht folgen. Ähnliches Prinzip verfolgt Instagram. Und auch Facebook hat Sponsored Posts, aber zusätzlich auch "normale" Werbung in Form von Bannern und Textads, die verschiedenen Zielgruppen ausgeliefert werden. Einen ziemlich interessanten Ansatz hat Snapchat gewählt. Snapchat hat zu den Userstories noch Discoverstories eingebunden. Hier können sich große Namen wie CNN, National Geographics usw. einen Platz leisten und ihn einmal am Tag mit Inhalt füllen. Zwischen den Discoverstories wird dann hin und wieder Werbung abgespielt.

    12.07.2017
    Inga
  • Intern
  • Wir hatten die Idee einen P2P Campus zu starten & das kam dabei raus.
    07.04.2017
    Sarah
  • Intern
  • Im heutigen Talk2 haben wir uns Nele geschnappt!
    07.02.2017
    Sarah
  • Development
  • Wie misst man eigentlich die Klicks auf einer Website? Also die Klicks, die wirklich interessieren und zählen?

    Funken Sie uns an.

    Pier2Port GmbH Shanghaiallee 9 20457 Hamburg Hafen City
    040 284017-61 ahoi@pier2port.de
    Pier2Port Map
    Jetzt anfunken