26.11.2015
Sarah Pankratz
  • Events
  • Unter dem Motto “Innovation” fand im November der diesjährige World Usability Day statt: Weltweit gab es an diesem Tag Workshops und Vorträge in 140 Städten mit mehr als 10.000 Teilnehmern. Der World Usability Day soll ein weltweites Band zwischen Benutzern, Forschungseinrichtungen und Unternehmen knüpfen und betrachtet die Auswirkungen, die Design in unserer heutigen Welt hat.

    Wie ein Unternehmen innovativer werden kann, stellte uns Rainer Gibbert von der StyleRemains GmbH beim diesjährigen World Usability Day in Hamburg vor. Gibbert präsentierte in seinem Vortrag 8 Ursachen für den typischen Misserfolg und wie man diese vermeiden kann.

    # 1: Warten auf den großen Visionär
    Steve Jobs, Elon Musk und Jeff Bezos haben eines gemeinsam: Sie alle sind Visionäre und erfolgreiche Unternehmer mit großen Ideen. Aber selten hat ein Unternehmen solche erfolgreichen Führungspersonen an ihrer Spitze, die Innovationen entwickeln und voran treiben. Daher sollte man selbst dafür sorgen, dass die Grundlagen und Vorgehensweisen für Innovationen im Unternehmen geschaffen werden.

    #2: Gallische Dörfer
    Jeder kennt sie: Innovations-Abteilungen, die meist in großen und eher konservativen Unternehmen entstehen und dafür sorgen sollen, dass das bestehende Geschäftsmodell auch weiterhin wirtschaftlich erfolgreich bleibt. Aber diese Innovations-Teams sind abhängig vom Rest des Unternehmens und kann selten so autonom arbeiten, wie es für neue Innovationen nötig wäre, von polititschen Machtkämpfen und der Anwendung der Ergebnisse ganz abgesehen. Ein Scheitern ist vorbestimmt, daher ist es eher ratsam, eine neue Unternehmenskultur zu schaffen, in der jeder einzelne Mitarbeiter in seiner Abteilung innovativ sein kann.

    #3: Mangelnde Offenheit und Fehlerkultur
    Im Unternehmen muss eine Kultur herrschen, die Fehler erlaubt, denn nur durch experimentieren und scheitern ist Innovation überhaupt erst möglich.

    #4: Das falsche Mindset im Team
    Ein Kompetenzteam mit unterschiedlichem Wissen aufzubauen, ist nicht einfach. Der Austausch und die Kommunikaton der einzelnen Mitgleider ist entscheidend für den Erfolg.

    #5: Fehlende Methoden und Prozesse
    Das Team muss auf entsprechende Abläufe, wie z. B. Design Thinking trainiert werden.

    #6: Innovation unter Druck
    Der Prozess für Innovationen benötigt Zeit, allerdings ist verständlich, dass Ressourcen und Budgets nicht endlos verfügbar sind. Es hilft, das Projekt in Etappen einzuteilen und die bisherigen Ergebnisse zu prüfen.

    #7: Innovation im Hamsterrad
    Langeweile fördert die Kreativität, also öfter mal für Pausen sorgen - dann kommen die Ideen schon fast von allein.

    #8: Innovation am Nutzer vorbei
    Wenn der Nutzer schlichtweg einfach nicht weiß, wofür er ein Produkt nutzen kann, stellt es im Grunde keine Innovation dar. Sobald das Produkt allerdings ein existierendes Nutzerbedürfnis befriedigt, oder ein Problem löst, entsteht eine Chance für echte Innovation.

    Den vollständigen Artikel zum Vortag von Rainer Gibbert ist hier zu finden:
    http://www.produktbezogen.de/innovation-anti-pattern/

    Dr. Rolf Schulte Strathaus, Geschäftsführer und Principal User Experience Consultant bei der eparo GmbH, hielt einen Vortrag mit dem schönen Titel “Machen Sie doch mal einen Vorschlag…” und erklärte, warum die klassische Kunde-Dienstleister-Kombination grundsätzlich scheitert und zeigte Wege, wie es trotzdem funktioniert.

    Die Theorie sieht meistens folgendermaßen aus: Der Kunde brieft den Dienstleister, es gibt ein Rebriefing des Dienstleisters, dieser erstellt ein Konzept, der Kunde gibt Feedback und alle sind zufrieden. In der Realität ist es leider nicht ganz so einfach. Doch woran liegt das? Das Wissen ist auf die einzelnen Parteien verteilt und alle haben verschiedene Erwartungen vom Endprodukt. Diese Erwartungen müssen kommuniziert werden, denn der Dienstleister kann sie unmöglich erraten. Also ist ein Scheitern vorprogrammiert.

    Ein Konzept sollte grundsätzlich im Team erarbeitet werden. Das Team besteht dabei aus Kunde und Dienstleister. Um effektiv als Team arbeiten zu können, muss eine Basis geschaffen werden: Die Teammitglieder sind per “ du” und gleichberechtigt - so kann besser und einfacher im Team kommuniziert werden.

    Jan Jursa ist Teamleiter Konzeption und UI Design bei Idealo und erklärt uns das “Jobs-to-be-done”-Prinzip. Darüber haben wir auch schon ein wenig hier berichtet.

    Das "Jobs-to-be-done"-Konzept stammt von Clayton M. Christensen, Autor und Harvard Business School Professor. Es geht bei diesem Prinzip um die einfache Frage, was der Nutzer eigentlich will. Ein schönes Beispiel ist die Bohrmaschine: Wenn ein Kunde eine Bohrmaschine kauft, was will er erreichen? Welche Aufgabe muss er erledigen? Eigentlich will er keine Bohrmaschine kaufen, er will auch kein Loch in die Wand bohren. Sein Auftrag ist es, ein Bild aufzuhängen. Ziel des Prinzips ist es also, das Grundbedürfnis des Nutzers herauszufinden und darüber nachzudenken, wie man ihm helfen kann.

    Fazit
    Beim diesjährigen World Usability Day stand das Thema “Innovation” an erster Stelle. Mit den 8 vorgestellten Anti-Pattern von Rainer Gibbert steht der Schaffung von Innovation nichts mehr im Weg! Sie öffnen die Augen für eventuell entstehende Probleme und Konflikte und können so von Anfang an vermieden werden. Dr. Schulte Strathaus hat uns amüsant veranschaulicht, wie Teamarbeit mit dem Kunden funktionieren kann. Die Umsetzung im “echten” Arbeitsleben könnte allerdings nicht immer so einfach sein. Das “Jobs-to-done”-Prinzip, welches uns nicht neu ist, ist immer eine gute Konzeptionsgrundlage und sollte immer berücksichtigt werden.

    Der World Usability Day 2015 war wieder einmal sehr inspirierend für uns und wir sind schon gespannt auf das nächste Jahr!

    12.07.2017
    Inga
  • Intern
  • Wir hatten die Idee einen P2P Campus zu starten & das kam dabei raus.
    07.04.2017
    Sarah
  • Intern
  • Im heutigen Talk2 haben wir uns Nele geschnappt!
    07.02.2017
    Sarah
  • Development
  • Wie misst man eigentlich die Klicks auf einer Website? Also die Klicks, die wirklich interessieren und zählen?

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